Wie war das sportliche Jahr bis anhin für dich? Auf welchen Moment blickst du besonders stolz zurück?
Ich hatte sehr viel tolle Erlebnisse in den letzten zehn Monaten. Ein besonderes Erlebnis war im Oktober 2024 die Teilnahme am Turnier in Tipperary
(Irland) mit allen Judokas von Special Olympics Schweiz.
Ein Highlight war sicher auch die bestandene Gurtprüfung und der damit verbundene Erhalt des halblauen Gurts.
Besonders nennenswert war auch das Trainingsweekend auf dem Kerenzerberg. Diese Tage verbrachten wir mit anderen Judokas aus unserem Verein. Wir trainierten gemeinsam,
kämpften miteinander, machten Spiele und verbrachten auch die Freizeit zusammen. Sicher war es für uns A-Judokas - wie auch für die anderen Judokas - zu Beginn eine
Herausforderung, aber schlussendlich eine erlebnisreiche und tolle Zeit.
Tolle Momente erlebte ich auch in Poschiavo (GR). Ich traf viele andere Judokas aus unterschiedlichen Ländern und durfte viel von ihnen lernen und abschauen.
Stolz bin ich, dass ich Michael, der das erste Mal so lange ohne seine Eltern war, begleiten und unterstützen durfte. Ich erlebte, dass es ihm gefiel,
sodass er auch mit uns an die Abschlussparty kam und nach fünf Tagen gemeinsam mit uns im Bus nach Hause fuhr - statt mit seinen Eltern, die zwischenzeitlich
anreisten und früher wieder nach Hause gingen.
Generell - stolz bin ich immer, wenn ich bei einem Turnier Erlerntes zeigen, meine Leistungen abrufen kann und ggf. dann sogar eine Medaille erkämpfe.
Wie unterstützt dich unser gemeinsames Sponsoring konkret im Training oder im Wettkampf?
Ich bin sehr froh, dass wir genügend Trainer haben - Trainer, die dank Special Olympics spezielle Trainings und Kurse mit uns besuchen können.
Sehr dankbar sind wir - und auch ich -, dass wir bei Auslandturnieren durch Special Olympics finanziell unterstützt werden und so auch in Hotels übernachten
dürfen, und nicht in Jugis oder sonstigen Camps.
Welche Routinen oder kleinen Rituale helfen dir, dich mental auf Höchstleistung einzustellen?
Was mir sicher hilft, ist ein strukturiertes Training. Das Anfangsritual bei den Trainings hilft mir, dass ich mich auf die kommende Sache konzentrieren
kann. Wenn ich mit Unterstützung eines A-Trainers ins Freitagstraining gehe, profitiere ich von den anderen Judokas - von deren Techniken, von deren Tipps und Tricks.
Ich merke, dass ich so mehr Ausdauer aufbaue, komplexere Techniken erlerne und vielfältiger agieren kann.
Welche Ziele hast du dir für die Saison gesetzt?
Ich möchte im Frühjahr den blauen Gurt machen. Ferner würde ich auch einmal gerne den schwarzen Gurt erlangen. Ich weiss, dass dies viel Training
und Ausdauer erfordert. Aber toll wäre es schon.
Gibt es einen Ratschlag, den du Nachwuchssportler geben würdest, die denselben Weg einschlagen wollen?
Ja sicher: immer mitmachen, trainieren, trainieren und nochmals trainieren. Bei Wettkämpfen mitmachen - auch wenn man verliert. Mitmachen ist viel besser
als zu Hause zu bleiben. Nicht aufgeben, auch wenn man mal verletzt ist. Mit den Trainern reden, sie fragen, sagen, was nicht so gut geht. Ich konnte immer auf sie
zählen, und es ist für mich wichtig, dass mir jemand zuhört, mich ernst nimmt und wir dann zusammen schauen was geht und Lösungen suchen.